Jedes Haar durchläuft drei Phasen: Anagen (aktive Wachstumsphase), Katagen (Übergang) und Telogen (Ruhephase). Nur in der Anagenphase enthält der Follikel genug Melanin, um Laser- oder IPL-Licht wirksam zu absorbieren. Eine einzelne Sitzung erfasst deshalb nur einen Teil der Haare.
Der Anteil aktiver Follikel unterscheidet sich je nach Areal deutlich:
- Kopfhaut, rund 85 Prozent im Anagen
- Gesicht (Wange, Kinn), 60 bis 70 Prozent
- Achseln, Bikinizone, 30 bis 40 Prozent
- Beine, Arme, 20 bis 30 Prozent
- Rücken, Brust, 15 bis 20 Prozent
Konsequenz für den Studio-Betrieb: Areale mit niedrigem Anagen-Anteil brauchen mehr Sitzungen und einen längeren Behandlungs-Kurs. Der Rücken eines männlichen Kunden erfordert typischerweise 8 bis 12 Sitzungen, das Kinn einer weiblichen Kundin mit PCOS oft dauerhafte Erhaltungs-Sitzungen alle 3 bis 6 Monate.
Der Zyklus erklärt auch scheinbare Rückschläge. Nach Sitzung 3 oder 4 wächst regelmäßig frisches Haar aus zuvor telogenen Follikeln nach. Das ist kein Rückschritt, sondern normale Zyklus-Dynamik. Kundinnen sollten das im Erstgespräch verstehen, sonst entstehen Reklamationen aus falschen Erwartungen.
Der übliche Sitzungs-Abstand von 4 bis 8 Wochen orientiert sich am Zyklus-Wechsel im Zielareal. Kürzere Abstände sind wirkungslos, weil die Follikel noch im Katagen liegen. Längere Abstände lassen den Retention-Effekt im Studio sinken.